Ein Startup behauptet, Wasser als Kernbrennstoff nutzen zu können und so einen Meilenstein in Sachen Energiegewinnung erreicht zu haben

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Interesting Engineering
Interesting Engineering
Ameya Paleja
02. November 2023
Zum Originalartikel

ENG8 gibt an, fünfmal so viel Energie produzieren zu können, wie es in seinen Prozess der Fusionsenergie einbringt.

ENG8 - The Energicell Company

ENG8, ein in Gibraltar ansässiges Unternehmen für Fusionsenergie, hat erklärt, bei seinen Experimenten durchweg das Fünffache an Energie gewinnen zu können. Im Culham Innovation Centre in Oxfordshire, einem der führenden Fusionszentren der britischen Atomenergiebehörde, konnten diese Behauptungen laut einer Pressemitteilung des Unternehmens bestätigt werden.

Die Kernfusion stellt ein umweltfreundliches und zugleich risikoärmeres Verfahren zur Deckung des Weltbedarfs an Energie dar. Während der Prozess auf der Sonne schon seit Milliarden von Jahren läuft, versucht die Menschheit immer noch, diesen auf der Erde in perfekter Weise nachzubilden.

Die Forschung hat sich auf diesem Gebiet auf den Einsatz von Magneten und Lasern konzentriert, um auf diese Weise ein Plasma zu erzeugen, in welchem die Kerne kleinerer Atome zur Erzeugung von Energie miteinander fusioniert werden können. Ein solcher Energiegewinn konnte jedoch bislang noch nicht erzielt werden. Dies bedeutet, dass die für die Erzeugung von Fusionsenergie aufgewandte Energie sehr viel höher ist als die erzeugte Energie. Aus diesem Grund stellt die Behauptung, wonach die erzeugte Energie fünfmal so hoch ist wie die aufgewandte, einen bedeutenden Meilenstein dar, an dem Energieunternehmen auf der ganzen Welt Interesse haben dürften.

Auf welche Weise erzeugt die ENG8 Fusionsenergie?

Schon der Ansatz zur Erzeugung von Fusionsenergie unterscheidet sich bei der ENG8 von dem der anderen Akteure. Anstatt den Versuch zu unternehmen, Wasserstoffatome miteinander zu fusionieren, verwendet das Unternehmen in seiner Anlage, der EnergiCell, Wassermoleküle als primären Brennstoff. Das Unternehmen ist nach wie vor darauf angewiesen, ein hochenergetisches Plasma zu erzeugen, was mittels Wärme erfolgt. Dabei werden die Atome des Wassermoleküls ionisiert und unter Hochtemperaturbedingungen rekombiniert, um auf diese Weise elektromagnetische Energie freizusetzen.

Auf seiner Website berichtet die ENG8 darüber, dass sie einen Katalysator entwickelt haben, der es ermöglicht, die für die Einleitung und die Aufrechterhaltung der Fusion erforderliche Temperatur zu verringern, und dass sie zur Erzeugung der Ionen eine leicht zugängliche Protonenquelle nutzen, anstatt spezielle Wasserstoffisotope zu erzeugen.

Durch den katalytischen Fusionsprozess werden Energien in verschiedenen Formen erzeugt, beispielsweise Licht, Wärme, Elektronen und andere geladene Teilchen. Eingefangen wird dies alles durch die Ausdehnung eines Kühlmittels über eine Wärmekraftmaschine und die direkte Umwandlung von elektromagnetischer Energie in Elektrizität.

Validierung des Energiegewinns

Der Buchstabe Q symbolisiert den Faktor des Gewinns an Fusionsenergie und steht für das Verhältnis von eingesetzter Energie zu erzeugter Energie. Ist Q = 1, so ist der Break-even erreicht, übersteigt Q diese Zahl jedoch, wird sie als unendlich bezeichnet.

Die ENG8 gibt an, dass sie einen Q-Wert von 2,4 (thermisch) bzw. von 5 (elektrisch) erreicht hat, was von den Underwriters Laboratories, einer unabhängigen Zertifizierungsstelle in den USA, bestätigt worden ist. Zur Validierung wurden von ENG8 drei Tests mit einer Dauer von jeweils mehr als 10 Minuten durchgeführt, so die Pressemitteilung, und bei jedem dieser Testläufe wurde ein Q-Wert von 5 erreicht.

„Die Ergebnisse sind einfach brillant, die Stabilität der Fusionsreaktion war unglaublich, und diese Innovation bietet im Vergleich zu jeder anderen Technologie auf der Welt die größte Chance, den Klimawandel zu stoppen“, sagte Valeria Tyutina, CEO von ENG8. „Sie wird alles verändern – und das viel schneller als man denkt.“

Das Unternehmen hat diesen Entwicklungsstand nicht über Nacht erreicht. Bereits seit 2020 hat es an der Validierung der EnergiCell gearbeitet, als es seine erste unabhängige Bewertung damals mit einem Q-Wert von 1,8 abgeschlossen hatte. Die jüngsten Zusagen haben den Weg dafür geebnet, dass EnergiCell schon im nächsten Jahr [1] zum Einsatz kommen kann, verkündet das Unternehmen.